German
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"SOBALD DES Schönen Schönheit rührt die Sinne Wird man zugleich des Häßlichen gewahr, Und wird am Guten man der Güte inne, Wird einem auch das Schlechte offenbar. Denn ohne Nichtsein kann es Sein nicht geben, Und ohne Schwer empfindet man kein Leicht; Gibt es kein Tief, kann sich kein Hoch erheben, Und Lang ist nur, wenn man ihm Kurz vergleicht; Der Stimme mischt gesellig sich der Ton, Vor jedem Nachher war ein Vorher schon. Drum: Wer berufen ist, wirkt durch Nicht-Handeln, Sein Wandel lehrt, nicht Worte, die er spricht; Selbst Wesen, muß er unter Wesen wandeln, Und er entzieht sich ihrem Kreise nicht. Für sich will er nichts haben, aber spendet Das, was er hat, an alle, die ihm nahn Und hat er ein Verdienstliches vollendet, Verweilt er nicht bei dem, was er getan. Und deshalb, weil er nicht dabei verweilt, Behält er alles, was ihm zugeteilt."
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Author
Lao TzuBook
Tao Te King
Version: 8