German
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"LASST DIE Lernbegierde fahren, Das wird euch viel Leid ersparen!... Der sagt: Ja!" und der: „Schon recht!" Wie gar wenig sich die beiden In der Antwort unterscheiden! Aber zwischen „Gut" und "Schlecht" Welcher Abgrund zwischen beiden! „Das, woran sich alle binden, Mußt auch da als Zwang empfinden!"... Solch ein Unkraut! Aus dem Boden Nie und nimmer auszuroden! Alle strahlen vor Vergnügen, Wie, wer schmaust beim Opferfest, Wie, wer einen Turm erstiegen Und die Blicke schweifen läßt. Ich allein ward des nicht inne, Halte wie ein Kindlein an, Das nicht einmal lächeln kann, Schwanke noch mit stumpfem Sinne Absichtslos umher und matt Wie, wer keine Heimat hat. Alle sind im Überflusse, Ich allein bin gänzlich leer, Bin mir selber zum Verdrusse Und im Kopfe wirr und quer. Alle sind in Glanz und Helle, Ich im Trüben immerdar. Alle andern sind so klar. Ich trübseliger Geselle Treibe wie im Sturm die Welle Ziellos, jedes Haltes bar. Zu gebrauchen sind sie alle, Ich allein in keinem Falle, Ich ein Nichts-Nutz ganz und gar. Ja, was alle andern haben, Davon ist mir nichts gewährt: Doch ich ehre treu die Gaben Der Allmutter, die mich nährt."
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Author
Lao TzuBook
Tao Te King
Version: 8